Prämierter Spitzenhahn
Vater all unserer Kücken.
Blutsfremd zu allen Hennen
Auch lebt bei uns eine Gruppe der wunderschönen, weiß-rotgezeichneten Yokohama und wir sind verliebt...! Diese anmutigen, feenartigen Tiere bewohnen unseren 3000 m² Garten und benehmen sich dort
"wildartig"; ziehen ruhig duch das Grundstück und sind vollkommen ausgeglichen. Der volle, tief melodische Hahnenschrei tönt über das ganze Tal. Ihre erhabene Erscheinung und Schönheit ist eine
Bereicherung neben dem getrennten, eher lebhaften Pawlowskaja-Volk.
Yokohama wurden in Deutschland in den Farbschlägen Weiß und Weiß/Rotgezeichnet aus den japanischen Minohiki gezüchtet.
Mit ihrer Intelligenz wirkt diese Rasse fast aristokratisch. Trotz des großen Gartens ist die Herde ständig bestrebt, ihren Aktionsradius zu erweitern. Der sehr gute natürliche Bruttrieb ist, wie
auch das gesamte Verhalten, Ausdruck ihrer Ursprünglichkeit. Brutstätten werden gern im Gelände zB. hinter Holzstapeln gesucht und das Legen beginnt bereits um die Jahreswende.
Letztes Jahr gab es erstmalig (ab Mitte August) mit einem hartnäckigen Habicht Probleme. An einem Tag hatten wir 4 Überfälle mit Opfern. Das konnte gelöst werden, indem die Tiere in einem
abgetrennten, 400m2 großen Gartenteil konzentriert wurden. Das dichtere Herdendasein reichte aus, um Schlimmes zu verhindern. Da ich annahm, dass die neuen weissen Yokos wegen der besseren
Sichtbarkeit der Grund waren, laufen jetzt die Pawlows, die auch stärker im Verband laufen, im großen Garten frei.
Von der Exklusivität dieser Rasse habe ich bereits gesprochen. Es erfordert etwas Gewöhnung, doch wird man reich belohnt. Zu dem starken Bruttrieb möchte ich meine Erfahrungen teilen, da man dazu im Netz kaum etwas findet. Alles auf der Grundlage der Erhaltung ihrer Natürlichkeit, die sich hier wunderbar zeigt und auf keinem Fall verloren gehen darf. Es wäre leicht, die Kücken künstlich zu erbrüten und aufzuziehen. Doch was bleibt dann noch...? Seht euch die Fotos an! Auch im sonstigen Leben vermeiden wir jede Künstlichkeit, von der die Welt leider voll ist, ohne dass die Meisten es noch bemerken. Die Tierhaltung lässt sich in Menschenobhut aber nur "so weit es irgend geht" natürlich gestalten. Nie vollständig.
Nachdem ich akribisch jeder Glucke einen eigenen Stall gegeben hatte (und das war wirklich nervig und aufwändig), zieht die Glucke die Kücken zum Schutz der Kücken vor Räubern in einem 5 m2
großen Gehege nur 4 Wochen lang groß und dann kommen alle zur Herde und es funktioniert nach kurzer Einordnung wirklich gut, auch mit mehreren Glucken. Die mit den jüngsten Kücken hat den
Vorrang. Oder verschafft ihn sich. DIe übrigen Gruppenmitglieder, der Hahn und die kinderlosen Hennen, verhalten sich äußerst rücksichtsvoll und achten den Nachwuchs. In der Gruppe verlässt die
Glucke die Jungen meist eher. Dann haben sie es schwerer, denn sie nehmen die unterste Rangstelle ein. Doch auch das richtet sich ein.
Ende Mai, Zucht vorbei! Ich halte nach einigen Beobachtungen den Februar für optimal für den Brutbeginn. Die Kücken wachsen dann am Besten, sind im Mai bereits selbständig im Oktober groß. Spätere Bruten bringen oft schwächlichere Kücken, die lange Entwicklungszeiten brauchen. Wenn ich keine Nachkommen mehr will, bekommen brütige Glucken Gummieier. Irgendwann nach der regulären Brutdauer nehme ich diese nach und nach weg und bald stehen sie wieder auf. Das ist am natürlichsten und die Triebe werden befriedigt. Andere Maßnahmen führen mitunter zu Frustration, die sich seltsam auswirken kann.
Bei den Yokos wird immer von einer geringen Legeleistung pro Jahr gesprochen. Doch man muss diese Rasse ganz anders sehen: Sie ist noch Natur und eigentlich legen die Hennen jeden Tag, um dann zu brüten. Eine "Legeleistung" kann also nur bei Rassen bewertet werden, die den Bruttrieb verloren haben. Yokohama sind etwas für Menschen, die Schönheit und Natürlichkeit lieben. (Nichts für Nutzrassen-Hühner-Halter! :-)
Die Yokohama liegen mir in ihrer Ursprünglichkeit sehr am Herzen, auch wenn sie wegen dieser Eigenschaften besonders sind. Sie sind verhältnismäßig klug, werden rasch zahm (und aufdringlich), verhalten sich eher wie Hunde, die meinen, dort hin zu dürfen, wo auch das Herrchen ist. Wer das mag, ok. Wir halten es für besser und angenehmer, sie möglichst wild zu halten. Deshalb nie aus der Hand füttern! Sie meinen dann, es ist immer so und gehen Dir nicht von der Hacke.
Insgesamt mag ich als naturbezogener Tierfreund gar keine Eingriffe. Doch diese lassen sich nur kleinhalten, doch (wie auch das Schlachten) nicht vermeiden und gehören zu der Verantwortung, die
man übernimmt, wenn man Tiere ins Leben holt, die es ohne Menschen nicht gäbe.
Voll Freude,
Matthias