Die Sittiche: stille Begeisterung und lebenslange Liebe

Als ich (Matthias) etwa 10 Jahre alt war, flog mir ein opalin-grünes Wellensittichmännchen zu. Die Euphorie, nahm mein ganzes damaliges Leben ein und ich dachte an nichts Anderes. Bald bekam er einen größeren Käfig und es fand sich ein hübsches Lutino-Weibchen ein. Sie lebten in meinem Zimmer, dem einzigen Ort, wo ich selbst über Sauberkeit bestimmen konnte. Ein Großsittich-Züchter in unserer Stadt lud mich ein, ihn immer freitags bei seinem Pflegegang zu begleiten. Mein wichtigster Termin! Wir fuhren in den Urlaub und die Vögel durften bei Ihm bleiben. Er gab Ihnen einen Nistkasten und das Gelege ließ nicht lang auf sich warten. Nun baute ich einen großen alten Vorratsschrank zur ersten Voliere aus, in der sie dann den Sommer über auch im Freien bleiben konnten. Weitere Paare kamen hinzu und die Jungen fanden regen Absatz. Dann musste ich zur Lehre und war häufig wochenweise nicht zu Hause. So konnte das größere Volierenprojekt damals nicht verwirklicht werden. Die nächsten 30 Jahre begleiteten mich Fische (Malawi-/Tanganjikabuntbarsche) und ich führte eine angesehene Zucht. Erst jetzt gibt mir das Leben Raum, mich erneut den Vögeln zu widmen. Das Wichtigste dabei ist immer das Wohlfühlen der Tiere. Das kann ich jetzt gewährleisten.

Woher diese innige Zuneigung (vor allem sind es Papageienvögel) kommt, vermag ich nicht zu sagen. Sie bestand schon immer und da ich nicht ständig in tropischen Ländern unterwegs sein konnte (Warum eigentlich nicht?), kommen die Vögel zu uns. 

 

Das "Ursprungs"- Zuchtprojekt: 
Schwarmhaltung direkter Wildfang-Nachkommen australischer Wellensittiche (Budgerigars). ...gemeinsam mit Nymphensittichen und Zebrafinken.

Wesen und Haltung: Im letzten Jahr hatten wir das Glück, rein originale Budgies aus F1 Wildfangnachzucht zu erhalten. 10 Paare zogen in eine geräumige Außenvoliere mit frostfreiem Innenraum. Wir halten ausschließlich Wildfarben und -formen ohne Mutationskontakt. Das ist ein bewusstes Anliegen. Wir kümmern uns sorgfältig um das Wohlbefinden der Tiere, wollen uns aber nicht gestaltend an ihnen verwirklichen. Nur so erlebt man ihr Verhalten und ihre natürliche Schönheit in ganzer Fülle. Vergleicht man die Wildformen mit den Mutationszuchten, fällt neben dem natürlichen Aussehen sofort sofort ein anderes, lebendigeres Wesen auf. Die innerartliche Kommunikation funktioniert direkt und weist keine Verhaltensabnormitäten auf. Für diese Erfahrung bin ich dankbar und es ist noch einmal schön, Wellensittiche zu halten und ihr gesamtes Lebenspektrum beobachten zu können. Diese Wesen sind in so kompromissloser Weise lebendig, dass man es Ihnen nur abschauen kann. Und sie sind ohne wesentliche Einschränkungen ihrer Natur zu halten, das muss von der Futterbereitung bis zur Vergesellschaftung/Zucht möglich sein. Es braucht gesellig lebende, kleinere Vögel, die ihr Verhalten auch in Volierenhaltung nicht verlieren und sich nicht eingesperrt fühlen.

 

In diesen Verbänden herrscht keineswegs nur Eintracht, auch wenn alles munter und verspielt wirkt. Diese Vögelchen beherrschen es perfekt, hier im Schwarm und 3 Arten zusammenzuleben und dabei die soziale Ballance zu halten. Als gemeinsame Bewohner desselben australischen Biotopes (Grassteppe und Buschland) haben sie ähnliche Futterbedürfnisse. Das ist einfach zu gewährleisten.

Der Schwarm Wellensittiche (z.Zt. 10 Paare) sind die Nachkommen eines in einem schwedischen Zoo in einer riesigen Voliere gehaltenen großen Wildfangstammes. Sie sind kleiner und agiler als die bekannten Mutationen. Mit ihnen lebt ein 14-köpfiger Schwarm Zebrafinken und 1 Paar Nymphensittiche. Ebenso Wildformen. Sie harmonieren gut nebeneinander und beleben sich durch die Fremden Reize gegenseitig. Neben den beiden agileren Arten sind die Nymphensittiche ruhiger und etwas scheuer. Sie wirken wie verzauberte Elfen. Man findet diese Wildformen kaum noch in Hobbyhaltung und sie sind es wert, erhalten zu bleiben, wenn man schon das Bedürfnis hat, Naturwesen in seine Nähe zu holen. 
Um jede Künstlichkeit zu unterbinden, vermeiden wir Eingriffe. Die Volieren sind sauber gehalten und natürlich eingerichtet. Der geräumige Innnraum ist immer frostfrei und die Außenvoliere ganzjährig zugänglich. Bei keiner dieser Arten gibt es Anzeichen für Frostempfindlichkeit. Neben den Sämereien bekommen sie aus dem Garten täglich verschiedenste Kräuter und selbst angebaute Kolbenhirse in verschiedenen Reifestadien. Zur Winterzeit halten wir die Tiere karger und lassen sie nicht brüten, denn auch in ihrer Heimat gibt es saisonale Unterschiede, die Impulse setzen. 

Die Jungtiere werden im Elternschwarm sozialisiert und erfahren natürliche Reize durch Artgenossen, Pflanzen, Samenstände, verschiedene Naturböden, in denen auch gegraben wird.
Weil dazu kaum Empfehlungen zu finden sind: Für diese Tiere verwenden wir Volierendraht Esafort 19/19/1,4 mm und sind sehr zufrieden.
Die Arten züchten regelmäßig nach und wir geben bei Interesse gerne in geeignete Haltung ab. (0176-17888999)